Wie schön wäre es, wenn Sie Ihr Haus innerhalb von nur weniger Wochen endlich verkaufen könnten und dabei sogar noch einen höheren Preis erzielen, als Sie anfangs im Sinn hatten?

Sofern Sie nicht in laufende Kosten, nervenaufreibende Besichtigungen oder unverschämte Kaufangebote verliebt sind, war Ihre Reaktion auf diese Frage eine sehr positive. Machen Sie sich nichts vor, Sie haben bestimmt Besseres zu tun, als unnötig viel Zeit für den Verkauf Ihres Hauses zu verschwenden.

Die Lösung für Ihr Problem nennt sich “Home Staging”. 

Was das ist? Ganz einfach, aus den Wörtern “Home” für Zuhause und “Stage” für Bühne hat sich ein eigenes Gebiet entwickelt, welches Ihr Haus so in Szene setzt, dass es für potentielle Käufer wesentlich interessanter wirkt.

Erfunden wurde professionelles Home Staging von der amerikanischen Immobilienmaklerin Barbara Schwarz. In Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden ist es schon an der Tagesordnung, sein Haus für den Verkauf nochmals kräftig aufzupolieren um den ganzen Vorgang zu beschleunigen.

Stellen Sie es sich an diesem bildhaften Beispiel vor:

Sie sind zu einem Blind-Date verabredet und auch schon ein wenig nervös. Wie wohl die unbekannte Person aussehen wird? Plötzlich setzt sich jemand gegenüber hin und Sie fragen sich nur, warum so ein obdachloser ungepflegter Mensch überhaupt ins Restaurant gelassen wird. Bis die Realität Sie einholt. Es handelt sich um Ihr Blind-Date. Natürlich versuchen Sie nur noch, die ganze Sache so schnell wie möglich hinter sich zu bringen.

Und jetzt mal ein anderes Szenario:

Sie sind zu einem Blind-Date verabredet und auch schon ein wenig nervös. Wie wohl die unbekannte Person aussehen wird? Doch dann, Erleichterung. Der zukünftige Partner ist gutaussehend und sehr gepflegt, quasi genau Ihr Typ. Der gemeinsamen Zukunft steht nichts mehr im Wege.

Dieser Leitfaden wird Ihnen die Basics des Home Stagings erklären und alles, was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihre Immobilie schneller an den Mann bringen und gleichzeitig einen höheren Verkaufspreis erzielen wollen.

Am Ende bekommen Sie zudem noch eine praktische Checkliste mit an die Hand, sodass Sie auf einen Blick sehen, was Sie noch  verbessern können und was Sie schon abgehakt haben. 

Wo bei Home Staging anfangen?

Das gesamte Unterfangen kann auf den ersten Blick sehr einschüchternd wirken. Es gibt sehr viel zu beachten, wenn man sein Haus innerhalb kürzester Zeit fit für den Verkauf machen will.

Zu Beginn unterscheidet man grob genommen zwischen zwei verschiedenen Immobilien: Leere Immobilien und eingerichtete Immobilien. Beide Situationen bringen gewisse Vorteile und Nachteile mit sich.

Leere Immobilie:

Versuchen Sie die Immobilie immer aus der Sicht der zukünftigen Käufer zu sehen. Was für einen Eindruck hätten Sie selbst bei der Besichtigung einer komplett leeren Immobilie?

Diese wirken oft kahl und leblos. Sie besitzen nichts, was einem “Zuhause-Gefühl” nahekommt. Wenn Kaufinteressenten die Räumlichkeiten auf diversen Internetplattformen besichtigen, machen Sie mit leeren, nur weiß gestrichenen Räumen keinen guten ersten Eindruck.

Der größte Vorteil liegt daran, dass Sie nichts mehr entrümpeln müssen, andererseits braucht es trotzdem ein paar Möbel, damit die Innenräume heimelig wirken.

Sie können dafür auf Miet-Möbel oder Mobiliar aus Karton zurückgreifen. Dadurch sparen Sie sich große Anschaffungskosten und tortzdem können sich die Interessenten ein Leben im jeweiligen Haus besser vorstellen. Eine Couch macht ersichtlich, dass es sich um das Wohnzimmer handeln soll, während ein Esstisch natürlich nicht im Schlafzimmer stehen sollte.

home staging esstisch
home staging esstisch neu

Eingerichtete Immobilien:

Egal, ob bewohnt oder geerbt. Häuser, die bereits mit Möbeln aus eigenem Besitz eingerichtet sind, haben eben immer einen ganz persönlichen Touch. Und genau das ist es, was Sie aufgeben müssen, damit Ihre Immobilie für mögliche Käufer interessant wird. Verschiedene Menschen haben verschiedene Geschmäcker. 

Vielleicht kennen Sie ja den Begriff “Betriebsblindheit”.

Er beschreibt den Umstand, dass man selbst oft gar nicht mehr wahrnimmt, was einen täglich umgibt. Darum ist hier erstmal Entrümpeln und Entpersonalisieren angesagt. Ein paar der Einrichtungsgegenstände lassen sich vermutlich auch noch gezielt für die spätere Verschönerung einsetzen.

Wieder einmal sollten Sie das Haus durch die Brille der potentiellen Käufer betrachten. Das Ziel muss sein, die Immobilie für eine möglichst große Gruppe an Interessenten ansprechend zu gestalten. So kann eine größtmögliche Nachfrage gewährleistet werden. 

Reparaturen

Bevor es dann mit dem Aufpolieren losgehen kann, müssen noch bestimmte Mängel beseitigt werden.

Niemand will ein Haus beziehen, in dem erstmal ein Haufen Geld für Reparaturen ausgegeben werden muss. Oder würden Sie es akzeptieren, in ein “So lala Haus” einzuziehen? 

Außerdem ist jeder noch so kleine Mangel ein Grund mehr für den möglichen Käufer, nochmals über den Verkaufspreis zu verhandeln. Überlegen Sie einmal wie viel Geld es Ihnen einbringen kann, offensichtliche Reparaturen noch vor den Besichtigungsterminen zu erledigen. Sie können alleine damit den meisten Preisdiskussionen den Wind aus den Segeln nehmen.

Gehen Sie einmal durch jeden einzelnen Raum der Immobilie und betrachten Sie sie auch von Außen. Vergessen Sie nicht, dass der Außenbereich der tatsächliche erste Eindruck bei der Besichtigung ist.

Hier eine Liste mit Dingen die Sie kontrollieren können:

  1. Gibt es unbefestigte Steckdosen und lose hängende Stromkabel? 
  2. Wie ist der Zustand der Wände? Gibt es Risse oder Bohrlöcher?
  3. Sind die Fronten der Küchenmöbel stark abgenutzt?
  4. Quietschen die Türen beim Auf- und Zumachen oder sind die Türklinken locker?
  5. Funktionieren die Heizkörper einwandfrei und machen Sie einen guten Eindruck?
  6. Sind die Bodenbeläge (Fliesen, Holzdielen etc.) alle in Ordnung?
  7. Sind sämtliche Abschlussleisten und Randleisten fest montiert?
  8. Sind der Zaun und mögliche Fensterläden in einwandfreiem Zustand?
  9. Gibt es Vordächer oder Markisen? Wenn ja, müssen diese repariert werden?
  10. Funktionieren alle Spülungen (Wasserhähne und Toiletten) so wie sie sollten?

Das sind schon einige Punkte, die von den meisten Verkäufern übersehen oder einfach ignoriert werden. Vielleicht fallen Ihnen ja noch ein paar weitere Punkte ein, die Sie kontrollieren können. Wie eingangs schon erwähnt, stellt das Beheben dieser Mängel einen beträchtlichen Vorteil für Sie dar.

Ihre Kaufinteressenten sind möglicherweise keine handwerklich begabten Menschen. Nehmen Sie ihnen diese Arbeiten ab, können Sie das auch im Verkaufspreis gegenrechnen oder einfach als verstärkendes Argument nutzen.

Bei einem gebrauchten Auto lässt man für gewöhnlich auch alle nötigen Reparaturen vornehmen, bevor man es verkauft.

Sauberkeit & Ordnung

Dieser Punkt sollte eigentlich selbsterklärend und selbstverständlich sein. Alleine der Blick in verschiedene Online-Inserate zeigt aber, dass viele Hausverkäufer das nicht so sehen. Offensichtlich gilt hier ebenfalls wieder das Prinzip der Betriebsblindheit. Darum sollten wir den Begriff Sauberkeit und Ordnung noch einmal genauer definieren.

Sauberkeit:

Wann genau ist es sauber genug? Stellen Sie sich vor, Sie wären in einem Hotel. Sie fühlen sich dort zwar nicht gleich wie zuhause, aber – sofern es ein gutes Hotel ist – es wird trotzdem ein gewisses Mindestmaß an Sauberkeit vorausgesetzt, damit Sie sich wohlfühlen und entspannen können. 

Der Interessent Ihrer Immobilie hat in etwa die gleichen Ansprüche beim Besichtigungstermin. Schmutzige Böden oder Teppiche sind ein No-go. Besonders auf Badezimmer und Küche müssen Sie achten. Diese zwei Räume spielen sehr oft für die gesamte Kaufentscheidung eine tragende Rolle. Also bitte, wenn Ihr Badezimmer Ablagerungen in den Fugen oder gar Schimmel aufweist, sorgen Sie für dessen Beseitigung.

Wenn Sie einen Garten oder Vorgarten besitzen, gelten hier natürlich die gleichen Grundregeln. Sehen Sie zu, dass die Wiese gemäht, die Büsche gepflegt und das Unkraut ausgerissen ist. Führen Sie den Kaufinteressenten vor Augen, wie schön ein Garten sein kann und nicht, wie viel Arbeit er machen kann.

Ordnung:

Wieder einmal gilt: Kaufinteressenten haben einen wesentlich höheren Anspruch an Ihr Haus, als Sie es im Moment vielleicht selber haben. Man gewöhnt sich viel zu schnell an das tägliche Chaos, sodass man es schon nach kurzer Zeit nicht mehr bemerkt.

Glauben Sie mir, Ihre potentiellen Käufer werden diese Kleinigkeiten nicht übersehen. Des Weiteren wirkt Unordnung auch jedes Mal sehr irritierend für das menschliche Auge. Dies führt unterbewusst zu Unbehagen. Ein Gefühl, das Sie unbedingt bei Ihren Interessenten vermeiden wollen, da es sämtliche Begeisterung im Keim erstickt.

Gehen Sie kategorisch beim Aufräumen der vier Wände vor. Überlegen Sie sich bei allen Gegenständen: Was kann ich entsorgen? Was will ich unbedingt aufheben? Was kann ich eventuell verschenken? Regale und Kästen sollten ordentlich und nicht vollgepackt wirken. 

Übrigens verlängert sich auch die Dauer des Aufenthalts der Kaufinteressenten in jedem einzelnen Raum, wenn dieser einen angenehmen Eindruck macht. 

Mit diesem simplen Vorgehen haben Sie schon einen weiteren einfachen aber wirksamen Schritt in Richtung Hausverkauf gemacht. Es sind oft die einfachsten Dinge, die am seltensten bedacht werden und die am effektivsten sind.

Entpersonalisieren

Dieser Punkt geht mit den Aufräumarbeiten einher. Allerdings ist dieser Schritt mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar der wichtigste in diesem ganzen Leitfaden. Sie können Ihre persönlichen Besitztümer ausmustern, sodass nur noch 30 Prozent davon übrig bleiben. Aber dieser letzte Rest bildet eben immer noch Ihren eigenen Stil ab.

Mit dem Entpersonalisieren passiert die wahre Magie, die Ihr trautes Heim in ein interessantes Kaufobjekt verwandelt. Ihre Interessenten sind nun mal schlicht und einfach nicht an Ihrem Leben und Ihrer Geschichte interessiert, sondern lediglich an der Immobilie. Diese wollen sie wiederum in einem unabhängigen, eigenen Licht betrachten.

Was Sie konkret tun sollten?

Eine sehr gute Frage. Beginnen Sie damit, alles religiöse oder politische zu entfernen. Auch Gegenstände mit sexuellen Deutungen sind sehr von Nachteil bei Besichtigungsterminen. Danach geht es mit Hochzeitsfotos, Urlaubsfotos, Familienfotos und generell Fotos aller Art weiter. Vielleicht ein schöner Einblick in vergangene Zeiten, aber nicht für die möglichen Käufer.

Wandfarben oder Tapeten, die auf Ihre schrägen Neigungen hindeuten, sollten ebenfalls besser durch neutrale Farbtöne ersetzt werden. Hier eignen sich Weiß, Beige oder Hellgrau am besten. Diese Farben wirken hell und einladend und steigern das Wohlfühl-Klima allgemein.

Urgroßtante Mitzis Möbel aus dem ersten Weltkrieg können Sie getrost für die Übergangszeit einlagern. Es gelten dieselben Regeln, wie bei den Fotos. Fast alles, woran persönliche Erinnerungen von Ihnen hängen, ist für den Verkauf einer Immobilie unangebracht.

Eine sehr gute Übung, die Sie machen können, wenn Sie nicht mehr weiter wissen, ist, einmal in ein Möbelhaus (z.B. IKEA) zu schauen. Diese Einrichtungshäuser sind sehr gut darin, bestimmte Räume so darzustellen, dass sich fast jeder darin wohlfühlt. Ihr Geheimnis ist nichts anderes, als möglichst unpersönliche Dekorationsartikel zu verwenden. Dadurch fühlt sich eine größtmögliche Zielgruppe von den Räumlichkeiten angesprochen.

Übrigens bietet dieser Vorgang der Entpersonalisierung Ihnen als Verkäufer die Möglichkeit, sich Schritt für Schritt von den geliebten vier Wänden zu trennen.

Nachdem Sie inzwischen schon alle nötigen Reparaturen vorgenommen, für Ordnung gesorgt und die Immobilie entpersonalisiert haben, ist es an der Zeit, Ihr Haus noch einmal so richtig in Szene zu setzen.

Platzierung

Nein hier geht es nicht um die jüngsten Ergebnisse der Formel-1 oder der Ski-WM. Beim Thema Platzierung geht es vielmehr darum, alle übrig gebliebenen Einrichtungsgegenstände optimal in jedem einzelnen Raum zu verteilen. Es soll möglichst viel Raum gewonnen werden, sodass zukünftige Käufer genügend Platz bei der Besichtigung wahrnehmen.

Eine ideale Platzierung von Möbeln und Accessoires führt zu einem positiven ersten Eindruck, weil die Innenräume dadurch luftiger und ansprechender wirken. Bedenken Sie, dass die Wahrnehmung der Raumgröße ganz entscheidend für mögliche Verhandlungen zum Quadratmeterpreis ist. Je größer ein Zimmer von Vornherein wirkt, desto gerechter wirken auch höhere Summen.

Hier müssen wir wieder zwischen leeren und bereits eingerichteten Immobilien unterscheiden. Während eingerichtete Häuser nach den bisherigen Schritten ausreichend aussortiert wurden, müssen komplett leere Immobilien erst einmal ein wenig eingekleidet werden.

Es gilt die altbekannte Faustregel “weniger ist mehr”. Überlegen Sie sich daher zuerst, was tatsächlich alles gebraucht wird, welche Wege bei der Besichtigung genommen werden und ob Sie lieber auf Miet-Möbel oder Kartonmöbel zurückgreifen wollen. 

home staging küche alt
home staging küche neu

Denn wie bereits erwähnt, wäre es absolut kontraproduktiv, nur für den Verkauf unnötig hohe Ausgaben für schicke Möbel zu tätigen (einzige Ausnahme wäre natürlich, wenn Sie die schicken Möbel in Ihrem nächsten Heim selbst weiterverwenden wollen).

Jeder Raum muss einen Zweck erfüllen, welcher sofort erkennbar sein muss. Das bedeutet, dass Sie dem Interessenten die Arbeit des räumlichen Vorstellungsvermögens abnehmen und ihm Anreize geben, wie er denn die Immobilie nutzen könnte. So sollte im Schlafzimmer ein frisch überzogenes Bett stehen, im Esszimmer ein gut gedeckter Tisch und so weiter.

Sind einmal alle Möbel und Dekorationsartikel richtig platziert, muss auch nichts mehr verändert werden. Außer es überkommen Sie in nächster Zeit noch weitere Ideen, was man noch verbessern und verfeinern könnte.

Ein weiterer Vorteil durch die optimalen Platzierungen ist zudem, dass Sie jetzt auch bessere Voraussetzungen für Ihre Fotos haben. Nämlich die Fotos, die Sie auf den unterschiedlichen Internetportalen veröffentlichen sollten, damit all die möglichen Käufer überhaupt einmal aufmerksam auf Sie werden können.

Der nächste Punkt wird sich noch ein wenig eingehender mit der Thematik “Fotografie” beschäftigen.

Digitales Home Staging

Satte 95 Prozent der Menschen klicken schon deshalb auf eine Anzeige, weil ein Foto vorhanden ist! Dabei muss es sich noch nicht einmal um ein qualitativ hochwertiges Foto handeln. Alleine diese Tatsache spricht schon dafür, die Fotos seiner zu verkaufenden Immobilie ideal für sein Exposé herzurichten.

Sie haben ja zu diesem Punkt schon alles Erdenkliche an Ihrem Objekt verbessert. Warum auf der Zielgeraden damit aufhören?

Wichtig ist, dass es keine Unterschiede zwischen Ihren Fotos im Exposé und der Realität geben darf. Oder wie würden Sie darüber denken, dass Sie wahnsinnig tolle Fotos im Internet sehen, doch das Haus in echt ganz anders aussieht?

Hier ein Beispiel für ein Foto:

Vermutlich ist das sowieso unnötig zu erwähnen, aber bitte verwenden Sie niemals die vorher Fotos in Ihrem Exposé! 

Zur Veranschaulichung ist dieses Beispiel schon ganz gut. Sie sehen, dass die Lichtverhältnisse im rechten Bild sehr viel freundlicher und einladender wirken.

Obwohl das Bild nur einen kleinen Ausschnitt des Raumes zeigt, weiß man sofort, dass es sich um das Wohnzimmer handeln muss. Das Bild und die Farben der Textilien sind zudem nicht Jahreszeiten spezifisch ausgewählt, was bei Besichtigungen ebenfalls nicht von Vorteil wäre.

Auf Farben achten

Das menschliche Auge kann eine enorme Bandbreite an verschiedenen Farben wahrnehmen. Dabei hat es sich in unserer Geschichte und Kultur so entwickelt, dass bestimmte Farbtöne mit bestimmten Emotionen verknüpft werden (Blau = Kalt, Orange = Warm usw.).

Wenn Sie dieses Wissen richtig bei der Verschönerung Ihrer Immobilie einsetzen, werden Sie wahrscheinlich aus verschiedenen attraktiven Kaufangeboten aussuchen können. 

Aber welche Farben sollten jetzt am besten eingesetzt werden?

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und genauso wie auch bei den Einrichtungsgegenständen gilt auch hier, dass Ihre persönlichen Vorlieben fehl am Platz sind.

Es sollte so neutral wie möglich sein, damit eine größtmögliche Zielgruppe angesprochen werden kann. Mit harmonisch aufeinander abgestimmten Farbtönen lassen sich Räume größer oder kleiner gestalten.

Achten Sie darauf, dass Sie nicht in jedem Raum eine andere Farbe verwenden, sondern, dass sich ein bestimmtes Thema durch Ihre ganze Immobilie hindurchzieht. Dabei muss immer auf dem vorhandenen Material aufgebaut werden. Denn es wäre zu umständlich und zu teuer, Böden oder Fliesen zu ersetzen, nur damit diese ins Farbmuster passen.

Überprüfen Sie Raum für Raum, ob es Wände mit sehr ausgefallenen Farben oder Tapeten gibt. Im besten Fall sollte der Großteil der Wände mit hellen Tönen wie Hellgrau, Beige oder Weiß gestrichen sein. 

Aber Achtung! Ausschließlich weiße Farbe an den Wänden erinnert zu sehr an Krankenhaus. Das wollen Sie um jeden Preis vermeiden.

Machen Sie sich Gedanken zum gesamten Farbschema Ihres Hauses und wie Sie dieses für die Besichtigungen verfeinern könnten.

Licht anpassen

Haben Sie sich schon mal ernsthaft Gedanken über das Lichtkonzept Ihrer vier Wände gemacht?

Falls nicht, dann ist es jetzt höchste Eisenbahn. Nicht ohne Grund beinhalten die besten Exposés Beschreibungen wie “helle Räume” oder “sonnendurchflutet”. Licht beeinflusst unser tägliches Sein und unser Empfinden enorm.

Dunkle Räume bringen immer dieses modrige “Dachboden-Feeling” mit sich. Alleine deshalb sind Besichtigungstermine bei Tageslicht eine bessere Idee als im Dunkeln. Ja ja, wenn Sie zur  Winterzeit verkaufen haben Sie natürlich ein Handicap. Ein Grund mehr, sich das Thema Licht genauer anzusehen.

Gehen Sie jeden Raum einmal durch und nehmen Sie jeden noch so dunkle Ecke gezielt ins Auge. Diese dunklen Ecken, Dachschrägen etc. können mit Stehlampen später ausgeleuchtet werden. Übertreiben Sie es aber bitte nicht. Es soll immer noch wie ein Zuhause aussehen und nicht wie ein Fotoshooting.

Auch natürliches Licht können Sie in gewissem Ausmaß für sich nutzen, indem Sie gezielt Spiegel einsetzen. Spiegel haben zudem immer den weiteren Vorteil, dass Sie Räumer größer wirken lassen, als diese eigentlich sind. Auf diese Weise schlagen Sie gleich zwei Fliegen auf einen Streich.

Außerdem können Sie hier wieder einmal entscheiden, welchem Raum welcher Zweck zugeordnet sein soll. Im Arbeitszimmer/Büro wäre kaltes und künstliches Licht angebracht, während im Wohnzimmer ein heimeliges Gefühl mit warmen Lichtfarben erzeugt werden sollte.

Experimentieren Sie ein wenig um die ideale Zusammensetzung für sich zu finden. Sie können dabei nur gewinnen.

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home staging neu

Duft hilft beim Hausverkauf

Wussten Sie, dass große Kaufhäuser mit verschiedensten Duftkompositionen ganz gezielt dafür sorgen, dass wir länger in Ihren Geschäften bleiben? Vermutlich schon, denn mittlerweile ist das auch kein Geheimnis mehr. Und trotzdem funktioniert es.

Ähnlich wie auch die Gegebenheiten der Lichtverhältnisse, beeinflussen auch verschiedene Düfte unsere Emotionen. Nur ungefähr hundertmal stärker. Sie glauben mir nicht? Vielleicht kennen Sie ja die Situation, in der bestimmte Gerüche starke Erinnerungen an Personen oder Orte in Ihnen hervorrufen. 

Wie können Sie sich dieses Wissen zunutze machen?

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Immobilie “Frische” ausstrahlt aber in Kombination mit eher neutralen Duftnoten. Damit meine ich, dass manche Gerüche wie zum Beispiel Lavendel von vielen Menschen entweder geliebt oder gehasst werden. Das ist ein Risiko, dass Sie beim Verkauf Ihres Hauses nicht eingehen müssen.

Lüften Sie am besten vor jeder Besichtigung kräftig durch. Besonders zur Frühlingszeit, wenn alles blüht haben Sie dadurch schon einen Heimvorteil. In Räumen, die von sich aus eher modrig wirken können Sie mit Duftstrahlern nachhelfen.

Ein absolut heißer Geheimtipp, der fast schon ein wenig klischeehaft wirkt ist folgender:

Wenn Sie wissen, dass ein Besichtigungstermin ansteht, gehen Sie zeitlich so vor, dass kurz davor ein fertiger Kuchen oder Kekse frisch aus dem Backofen kommen. Einerseits können Sie Ihren Interessenten ein kleines Geschenk machen und andererseits füllt der angenehme Duft alle Räume rund um die Küche. Man müsste schon ein Unmensch sein, dabei keine positiven Emotionen zu empfinden.

Leider ist das nicht immer eine Option, aber glauben Sie mir, es wirkt Wunder. Probieren Sie es einfach mal gemeinsam mit den anderen Tipps aus.

Ein starkes Exposé verfassen

Wie verkaufsstark haben Sie Ihr Exposé verfasst?

Weiter oben wurde schon einmal darauf eingegangen, dass Ihr Exposé auf den diversen Onlineportalen der erste Kontaktpunkt mit Ihren potentiellen Käufern ist.

Dafür müssen Ihre Bilder, aber auch die Beschreibung der Immobilie aussagekräftig sein. Und genau um die Beschreibung geht es in diesem Punkt. Denn Ihr Haus kann noch so toll hergerichtet sein, wenn Ihr Exposé schwach ist, werden Sie keine Besichtigungstermine bekommen.

Gehen Sie vor wie ein Werbetexter, der ein umwerfend tolles Produkt verkaufen will. Es ist schön und gut zu erwähnen, dass der nächste Bahnhof nur 10 Autominuten entfernt ist, aber das erzeugt keine Bilder im Kopf. Die Texte und Beschreibungen müssen emotionalisieren, andernfalls geht Ihr Exposé unter allen anderen unter.

Professionelle Werbetexter wissen, dass man immer auf die Vorteile eingehen sollte und nicht auf die Fakten. Wir Menschen interessieren uns in erster Linie dafür, was wir selbst für einen Vorteil vom Kauf dieses bestimmten Hauses haben. 

Erwähnen Sie ruhig, wie angenehm die lauen Sommernächte vom Balkon aus betrachtet werden, wenn man sich in guter Gesellschaft bei einem Glas Wein unterhält.

Oder wie viel Wärme der Kamin im Wohnzimmer spendet, wenn von draußen die Schneeflocken auf die Fensterscheiben fallen und man dem Knistern des Holzes im Feuer lauschen kann.

Na, das hört sich doch gleich viel besser an, oder? Werfen Sie ruhig mal einen Blick auf verschiedene Inserate. Wie viele davon nutzen derartige Beschreibungen?

Erzeugen Sie die Emotionen schon vor dem Besichtigungstermin, dann haben Sie auch sehr viel größere Chancen darauf, dass Ihre möglichen Käufer mit einer positiven Einstellung zu Ihnen kommen.

Zusammenfassung und Checkliste

Hiermit sind wir am Ende des Leitfadens angekommen. Sie kennen jetzt die wichtigsten Grundregeln, die es beim erfolgreichen Hausverkauf zu beachten gibt. Mit diesen Tipps für professionelles Home Staging können Sie sowohl den Verkaufsprozess beschleunigen, wie auch einen höheren Verkaufspreis erzielen.

Als kleines Dankeschön dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meinen Guide zu lesen, habe ich hier noch eine praktische Checkliste für Sie. Mit dieser wird es Ihnen leichter fallen, alle nötigen Vorkehrungen zu treffen und den gesamten Verlauf im Auge zu behalten.

  • Immobilie ist frei von unnötigen Krempel
  • Zu persönliche Gegenstände wurden entsorgt oder zwischengelagert
  • Notwendige Reparaturen wurden vorgenommen
  • Kleine und große Mängel sind behoben 
  • Außenbereiche (z.B. Garten) machen einen gepflegten Eindruck
  • Innenräume sind sauber und ordentlich aufgeräumt
  • Wände sind mit möglichst neutralen Farben gestrichen
  • Möbel sind optimal platziert
  • Räumlichkeiten wirken großzügig und bieten viel Platz
  • Dekorationsartikel werden dezent an den passenden Stellen eingesetzt
  • Jedes Zimmer erfüllte einen eigenen ganz bestimmten Zweck
  • Fotos werden aus dem richtigen Winkel gemacht (nach den Platzierungen)
  • Exposé und Realität geben ein und dasselbe Bild wieder

Es war mir eine Freude, Sie mit diesem Leitfaden auf den perfekten und zügigen Verkauf Ihrer Immobilie vorzubereiten. Viel Spaß beim Umsetzen!

P.S. Wenn Sie noch Fragen zum Thema Home Staging oder Hausverkauf haben, zögern Sie nicht länger und nehmen Sie Kontakt mit mir auf. Ich helfe Ihnen gerne bei Ihren Anliegen weiter.

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